Der Wikingerweg durch die Region Vestfold

Nirgendwo sonst in Norwegen liegen die Spuren aus der Wikingerzeit derart dicht beieinander, wie hier in Vestfold. Dies gilt ganz besonders für die etwa 60 Kilometer lange Strecke von Mølen im Süden bis nach Borre im Norden. Hier wurden die wichtigsten Funde aus der Wikingerzeit gemacht. Entdecken Sie die großen, beeindruckenden Grabhügel und Überreste von Norwegens erster Stadt. Vestfold hat sogar seine eigenen Wikingerschiffe, sowohl im Original, als auch als Replik.

Viking Trail map

Der Wikingerweg bei Larvik


Photo: Gunnar Berven

Mølen ist ein magischer Ort

Mølen in Larvik ist Teil des ersten europäischen UNESCO-Geoparks in Skandinavien und bietet eine spektakuläre, durch die mächtigen Naturkräfte des Meeres und der Eiszeit geformte Landschaft mit interessanter Geologie. Lehrreiche Schilder informieren über die Geschichte, Geologie, Biologie und Fauna.

 

Auch für unsere Vorfahren war Mølen etwas ganz Besonderes. In der Eisen- und Wikingerzeit wurden mindestens 230 Steinhügelgräber angelegt, das größte davon misst einen Durchmesser von 35 Meter. Viele glauben, dass Mølen der Begräbnisplatz für einen Zweig des Königsgeschlechts der Ynglinge (Ynglingeætten) war, kleine Könige, welche Teile Norwegens in der frühen Wikingerzeit regierten. In der Ynglingatal – Kvadet (altnordische Gedichtsform) erzählt der Skalde Tjodolv von Kvine, dass der Vestfoldkönig Øystein Fret an der Spitze der Rå-Moräne unter einem Steinhaufen begraben liegt. Øystein wurde etwa im Jahre 765 geboren. Daher kann man annehmen, dass der Steinhaufen aus dem frühen 9. Jahrhundert stammt. Eine besondere, bootsförmige Steinsetzung wurde in den 1970iger Jahren ausgegraben. Darin wurden Eisennägel und Kohle gefunden, die vermutlich von einem verbrannten Boot stammen.

 

Man nimmt an, dass die meisten Steinhügelgräber in Mølen im Zeitraum 400 bis 900 n. Chr. angelegt wurden. Einige der großen Steinhaufen oben auf dem Hügel sind vermutlich sogar aus dem jüngeren Bronzezeitalter, 1000 bis 500 v. Chr.

Kaupang Vikingbyen

Kaupang – Unsere erste Stadt

In den Jahren 2000-2003 fanden neue, umfangreiche Ausgrabungen statt. Es wurden u.a. Reste von Häusern, Wege und Brücken gefunden. Im Ganzen fand man über 10 000 Artefakte; von Glasperlen bis hin zu Münzen, Gussformen, Bronzebeschlägen, Keramik und Haarkämmen. Die Nacharbeiten dieser Funde laufen noch und halten weiteres Wissen über unsere Wikingervorzeit und frühen skandinavischen Stadtkultur bereit.

Die Funde zeugen von einer dauerhaften, vitalen Gesellschaft die den Kontakt zu ganz Nordeuropa pflegte. Die Stadt wurde im ersten Zehntel des 9. Jahrhunderts gegründet und erstreckte sich in einem 500m breiten Gürtel entlang der Westseite der Kaupang-Bucht. Kaupang hatte vermutlich cirka 500 Einwohner und war irgendwann im 10. Jahrhundert für einige Zeit unbewohnt. Dort befinden sich auch mehrere Grabhügel aus der Wikingerzeit; sowohl im Süden als auch im Norden von Kaupang, auf Bikjholberget und der Halbinsel Lamøya. Viele der Gräber sind archäologisch untersucht. Nicht weit entfernt von Kaupang befand sich die königliche Residenz «Kongsgården» (heute Hof Huseby).
Im Sommer ist die Wikingerstadt Kaupang für Besucher geöffnet.

Steinsetting på Istrehågan
Steinsetting på Istrehågan
Photo: Visit Vestfold

Istrehågan – Ein Schiff aus Stein

Da eine Schiffsetzung als Grabfeld vieles gemein hat mit den Wikingerschiffen aus älterer Zeit, entscheiden wir uns auch Istrehågan als Station auf unserem Wikingerweg mit einzuplanen, auch wenn dieses Grabfeld noch viel älter ist, vermutlich aus dem 5./6. Jahrhundert n. Chr., die Zeit der Völkerwanderung. Das Schiff aus Stein liegt bei Jåberg in Tjølling, zwischen Larvik und Sandefjord. Das Schiff ist 24 m lang und 9 m breit.

 

Der Wikingerweg bei Sandefjord


Photo: Gokstadhaugen

Gokstad – Ein Wikingerschiff und ein Grabhügel 

Im Jahre 1880 wurde im Hügelgrab Gokstadhaugen das Gokstad-Schiff ausgegraben. Zum ersten Mal erhielt man solide Kenntnisse über das Aussehen eines Wikingerschiffs. Das originale Gokstad-Schiff und die gefundenen Gegenstände können Sie im Wikingerschiffmuseum in Oslo (Bygdøy) bestaunen. Sie müssen aber nicht bis nach Oslo fahren um ein Wikingerschiff zu sehen. Im Sommer können Sie in Framnes eine Replik des Gokstad-Schiffes anschauen. Im Gebiet bei Gokstadhaugen sind Infotafeln aufgestellt.


Photo: Adrenaline Pictures

Der Wikingerweg bei Tønsberg 

In Tønsberg und Umgebung gibt es vier große Grabhügel: Farmannshaugen, Haugar und Oseberghauen. Diese Grabhügel sehen sehr ähnlich aus, aber ihre Funde unterscheiden sich sehr voneinander.

Im Grabhügel Oseberghaugen in Slagendalen wurde der bedeutendste Fund aus der Wikingerzeit gemacht. Neben dem berühmten Wikingerschiff (Oseberg-Schiff) enthielt das Grab zahlreiche Grabbeigaben und Artefakte aus dem täglichen Leben und aus religiösen Zeremonien, viele davon waren im Oseberg-Stil verziert. Im Wikingerschiffmuseum in Oslo (Bygdøy) kann man neben dem Schiff auch die verschiedenen Artefakte und Gebrauchsgegenstände besichtigen.

Im Hafen von Tønsberg können Sie eine Replik des Oseberg-Schiffs bewundern. 

Der Grabhügel Oseberghauen wurde restauriert und Infotafeln aufgestellt.

Slottsfjellet

Photo: Frank K Opsahl

Die Burg auf dem Berg - Slottsfjellet

Die Burgruine auf dem Slottsfjellet (Schlossberg), dem Wahrzeichen von Tønsberg, ist hauptsächlich aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, also auf ein paar hundert Jahre nach der Wikingerzeit datiert. Allerdings gab es hier im 12. Jahrhundert auch eine Festungsanlage, vielleicht sogar auch in der Wikingerzeit. Die Überreste des Tønsberghus sind so interessant, dass ein Abstecher hinauf auf den Berg wirklich zu empfehlen ist. Vom Aussichtsturm aus dem Jahre 1888 kann man ein weites Panorama über die Stadt auf den Oslofjord genießen.

 

In der Wikingerhalle des Slotsfjellmuseums kann man das Wikingerschiff, ein Handelsschiff von Klåstad, besichtigen. Es ist das einzige Original, welches sich außerhalb von Oslo befindet. Auch über die Geschichte des Oseberg Fundes kann man hier näheres erfahren.

 

Der Wikingerweg in Horten


Photo: Midgard Historiske Senter

Borre – Orte der Könige

Das Gräberfeld Borrehaugene im Borre Nationalpark zeugt davon, dass die Provinz Vestfold in der Wikingerzeit ein Machtzentrum war. Der Fundort Borre umfasst die größte Ansammlung monumentaler Grabhügel aus der Zeit von 600–900 n.Chr. und ist heute Teil eines etwa 18 Hektar umfassenden archäologischen Nationalparks. Der Park hat die größte Sammlung von Königsgräbern in Skandinavien.
Ursprünglich gab es hier neun monumentale Grabhügel, drei weitere große Grabhügel und 25 kleinere Gräber.

 

Ob Ihr Ausflug auf dem Wikingerweg in Borre beginnt oder endet, das Besucherzentrum Midgard mit seiner Wikingerausstellung sollten Sie auf keinen Fall verpassen. Vorträge, Seminare und Sonderausstellungen werden regelmäßig angeboten. Hier gibt es auch ein nettes Café mit herrlichem Blick auf den Park. Draußen entfacht ein archäologischer Spielplatz die Phantasie der Kinder. Man kann Wikingerspiele spielen, mit Pfeil und Bogen schießen und an "archäologischen Ausgrabungen" teilnehmen.

Hütten und Ferienwohnungen

Wollen Sie hoch oben in den Baumwipfel Hütten (tretopphytter), auf einem norwegischen Bauernhof, im Leuchtturm oder in der Jugendherberge wohnen? Vestfold hat ein grosse Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten in Hütten, Ferienwohnungen und Zimmern.

Camping

Entlang der Schärenküste finden Sie in Vestfold idyllische Campingplätze mit weissen Sandstränden, kurzem Abstand zum Stadtzentrum und zahlreiche Aktivitäten.

Cookies

This site uses cookies. Read more.

Close